Philosophie

Philosophie

Die Menschheit befindet sich heute an einem entscheidenden Punkt, an dem es darum geht, den Sprung in eine neue Weltwahrnehmung, in ein neues Bewusstsein zu leisten, das Jean Gebser als integrales Bewusstsein beschreibt. Wir sind mit Gebser der Ansicht, dass Veränderungen vor allem in uns selbst geschehen müssen und dass die entscheidenden Veränderungen, auf die es momentan ankommt, Veränderungen in unserem Bewusstsein bedeuten.

Unsere langjährige Arbeit mit Menschen zeigt uns immer wieder auf, dass jeder Mensch durch seine einzigartige Bewusstseinsstruktur geprägt ist, die weitgehend seine individuelle Wahrnehmung bestimmt. Diese Struktur speist sich aus der jeweiligen familien- und lebensgeschichtlichen Vergangenheit sowie aus der kollektiven Gesamtstruktur, die unserem Bewusstsein inhärent ist. Diese uns innewohnende Bewusstseinsstruktur bestimmt, wie wir denken, fühlen und handeln und was uns im Leben zustößt. Sie verhindert auch an entscheidenden Stellen, dass wir unser ganzes Potenzial leben und unsere Möglichkeiten voll ausschöpfen können. Stattdessen bescheren uns Blockaden, Hemmungen, Ängste und Selbstzweifel tägliche Probleme und Konflikte, so dass es scheint, als seien wir diesem Schicksal ausgeliefert.

Aus diesem Grund unterscheiden wir zwischen Realität und Wirklichkeit. Realität umfasst nach dieser Sichtweise die dingliche, materielle Welt mit allen ihren Erscheinungen. Wirklichkeit dagegen umfasst auch das, was wir nicht sehen und begreifen können, einschließlich aller Phänomene, die wir spüren, fühlen, empfinden und denken, einschließlich hochkomplexer Phänomene, die wir noch nicht annähernd verstehen können und von deren Existenz wir möglicherweise noch gar nichts wissen. Wirklichkeit meint darüber hinaus vor allem das, was sämtliche Dinge und Phänomene umfängt und zusammenhält und über das alle Dinge miteinander interagieren und gemeinsam ein Ganzes bilden.

Aus dieser Sichtweise ergibt sich für uns auch die Annahme eines hierarchischen Aufbaus der Wirklichkeit, bei dem die weniger komplexen Einheiten von höheren und komplexeren umfangen und gesteuert werden, wobei die niederen Einheiten innerhalb der Interaktionsspanne Einfluss auf höhere und ganzheitlichere Phänomene nehmen können.

Wir gehen davon aus, dass Bewusstsein ein allgegenwärtiges feinstoffliches Informationsfeld ist, welches als Kontinuum die Wirklichkeit bestimmt. Vor dem Hintergrund der Theorien Jean Gebsers ist Bewusstsein nicht vom Schöpferischen zu trennen, wenn nicht dieses selbst.

So ist es für uns naheliegend, Schöpfungsprozesse statt von der Materie als vom Bewusstsein ausgehend zu verstehen. Während sich ein Großteil der wissenschaftlichen Forschung nach wie vor mit den materiellen und wissenschaftlich beweisbaren Dingen beschäftigt und Bewusstsein als Produkt z. B. des Gehirns versteht, erfahren wir in der praktischen Anwendung mit temporik-art, dass das menschliche Bewusstsein auch Informationen umfasst, die weit über den persönlich erlebten und erfahrenen Horizont hinausgehen. Ebenso erfahren wir in der Bewusstseinsgestaltung mit temporik-art, dass sich das menschliche Bewusstsein nicht ausschließlich im Gehirn lokalisieren lässt, sondern im ganzen Körper und über den Körper hinaus angesiedelt ist. Das Bewusstsein als Ganzes ist weitaus komplexer als das, was wir lediglich im Gehirn zu finden meinen. Es umfängt des Menschen Ganzheit unter Berücksichtigung der kollektiven Mutationen unter Einbezug der Rückbindung des Menschen an seinen Ursprung.

Demzufolge arbeiten wir weniger mit den Dingen oder Inhalten als solchen, sondern mit den geistigen Strukturen, aus denen die Inhalte hervortreten. Dies ist vergleichbar mit dem Quantenfeld als einer Struktur mit ausgedehnten Ganzheiten, in denen es im Grunde keine Teile gibt.

Die Ergebnisse der modernen Naturwissenschaften ergeben nur noch einen Sinn, wenn wir eine innere, transzendente Wirklichkeit annehmen, die allen äußeren Daten und Fakten zugrunde liegt. Das Bewusstsein der Menschheit ganz in der Tiefe ist eins. (David Bohm, Quantenphysiker)

Für uns ist entscheidend, dass Bewusstsein verändert und neu gestaltet werden kann. Die Kriterien, die es dafür braucht, haben wir mit temporik-art zusammengestellt. Sie sind das Ergebnis jahrelanger praktischer und theoretischer Auseinandersetzung mit Bewusstseinsstrukturen und den Möglichkeiten ihrer konkreten Veränderung.

Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch dazu in der Lage ist, Zukunft selbst zu gestalten, indem er seine in ihm wirkende individuelle wie kollektive Vergangenheit konstruktiv verändert.

Menschen, die zu uns kommen, fühlen wir uns sehr verbunden. Sie sind ganz besondere Menschen, weil sie dazu bereit sind, ihre Tiefen zu ergründen und ihr eigentliches Potenzial in die Welt zu bringen. Es sind Menschen, die bereit sind, die Verantwortung für ihr Leben selbst zu tragen und damit aufhören, andere dafür verantwortlich zu machen. Es sind Menschen, die damit aufhören, ego-zentriert nur die Oberfläche des Lebens zu leben, sondern selbst-zentriert seine ganze Fülle gestalten zu wollen. Es sind Menschen, denen über ihr eigenes Dasein hinaus auch das Weltganze am Herzen liegt und die wissen wollen, wo ihr Platz darin ist und welche Aufgaben ihnen gestellt sind.

Wir selbst erfahren unsere Arbeit als in höchstem Maße sinn-voll und sind ständig bemüht, unsere Forschungsergebnisse kritisch zu hinterfragen, zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Es ist uns bewusst, dass uns mit temporik-art eine Kostbarkeit geschenkt wurde, deren Möglichkeiten noch längst nicht erschöpft sind.

Diejenigen Komponenten in uns, die mental bewusst werden sollen, schaffen auch die Voraussetzungen dafür, daß sie zur Auswirkung kommen können. Solange man es nicht so sieht, wird man statt der eigenen Disposition und der unrealisierten Latenz, die sich entfalten wollen und müssen, dort einen Eingriff in unser Leben immer auf den „Zufall“ oder das Schicksal zurückführen, wo Zufall und Schicksal nur die Rolle des Auslösers der manifestationsbereiten Intensitäten in uns spielen. Diese Intensitäten sind es, die uns die entscheidenden Ereignisse „zufallen“ lassen oder sie uns „schicken“, also uns geschehen lassen. Mit anderen Worten: Wir sind es selbst. (Jean Gebser)