Hanspeter Oschwald: Auf der Flucht vor dem Kaplan

Hanspeter Oschwald: Auf der Flucht vor dem Kaplan

Die katholische Kirche ist nicht christlich

Hanspeter Oschwald schreibt über den Machtmissbrauch der Katholischen Kirche und die dadurch entstandenen Ängste und Traumata bei den Gläubigen, vor allem den Kindern und Jugendlichen der ersten Nachkriegsjahrzehnte. Er stellt die Frage: „Wie katholisch sind wir aber trotz allem noch? Ich kann für mich nur darauf antworten: »Mehr, als mir lieb ist.« Die jugendliche Prägung wirkt nach, und manche Skandale, die wir heute erleben, wären für uns wegen unserer katholischen Sozialisierung unvorstellbar gewesen. Die Werte sind geblieben, doch die hätten wir auch ohne Kirchenbindung bekommen können, und zwar dann sogar ohne Neurosen.“

Er kommt zu dem Schluss: „Der Mangel an Menschenrechten und Demokratie gehört zu den schlimmsten Mängeln im katholischen System.“

Auch auf die lange Blutspur der Inquisition, auf die sexuelle Gewalt, die in kirchlichen Einrichtungen herrscht, auf die Borniertheit der katholischen Autoritäten und auf die Heuchelei kommt Oschwald zu sprechen und stellt fest, dass eine katholische Prägung zwangsläufig zur Intolleranz führt: „Wer überzeugt ist, die Wahrheit zu besitzen, wird sich nie einem Dialog öffnen, er kann es einfach nicht. Jede Kritik an der Kirche wird dann schnell als Hass ausgelegt. Noch mehr als die Institution Kirche treibt die Borniertheit ihrer selbst ernannten Glaubenswächter jedem nachdenklichen Menschen den Glauben aus.“

Man wundert sich, dass eine solch autoritäre und menschenverachtende Institution bis heute Bestand hat, insbesondere auch ob der in den letzten Jahren weltweit aufgedeckten Fälle von sexueller Gewalt hinter ihren Mauern und deren jahrelanger Vertuschung.

Die gesamte Kirchengeschichte bis zu ihren Anfängen ist ein patriarchalisches Macht- und Gewaltkonstrukt, das vor dem Hintergrund mythisch zusammengebastelter Dogmen unglaublich wenig mit der Botschaft des Jesus von Nazareth zu tun hat.

Ein Buch zum Nachdenken!