Psychobionik – Integrales Heilen auf dem Weg in ein neues Bewusstsein

Stachowiak, Marina

Psychobionik –psychobionik-buch

Integrales Heilen auf dem Weg in ein neues Bewusstsein

Param Verlag ISBN: 978-3-88755-271-8

Paperback, 256 S.

Ahlerstedt 2008

18,80 Euro

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Psychobionik ist ein integrales Selbstheilungsverfahren. Sie nutzt die natürliche, dem Menschen innewohnende Heilfähigkeit und ermöglicht dem Gehirn, negativ wirkende und krankmachende Informationsstrukturen zu verändern und in eine höhere und ganzheitlichere Ordnung zu führen. Dabei reorganisieren sich die neuronalen Strukturen, in denen die Informationen abgebildet sind, nachhaltig, was zu entsprechend heilsamen Veränderungen in Körper, Geist und Psyche führt.

Psychobionik ist eine Kombination von Evolutionsbionik und Synergetik und beruht auf dem integralen Ansatz von Ken Wilber und Jean Gebser. Der psychobionische Heilungsvorgang ist Teil der sich derzeit global entfaltenden neuen Bewusstseinsstruktur, die Jean Gebser Integrales Bewusstsein genannt hat.

nachfolgend ein Textauszug (Buch Seite 20)

Die Psychobionik in ihren Grundzügen

Evolution ist selbst erzeugbar. Das Schlagwort Selbstheilung impliziert ein know how, mit dem der einzelne Mensch sich selbst aus dem Sumpf von Schicksal und Krankheit ziehen kann.- Bernd Joschko –

Mit diesem kurzen Sprint durch die Evolutionsgeschichte beginnt unsere Reise durch die faszinierende Welt der Psychobionik. Er ist insofern relevant, als dass wir es im Folgenden ständig mit evolutionären Prozessen zu tun haben. Gleich im ersten Kapitel werden wir uns mit grundlegenden evolutionären Prinzipien auseinandersetzen, die in der Psychobionik entscheidend sind. Denn wie sich evolutionäre Entfaltung vollzieht, welche Bedingungen entscheidende Veränderungen hervorrufen und was diese Bedingungen hervorruft, sind die wichtigsten Fragen und Orientierungen in der Psychobionik.

Aber auch in den weiteren Kapiteln wird uns die Evolution begleiten, und die Kenntnis um ihre Wirkzusammenhänge wird uns schließlich im dritten Kapitel, in dem wir uns mit den Bewusstseinsmutationen beschäftigen, zu einem tieferen Einblick in die Entfaltung des menschlichen Geistes verhelfen.

Zunächst werden wir uns mit den Grundzügen der Psychobionik auseinandersetzen, woran deutlich werden wird, dass sie sich von medizinischen und psychotherapeutischen Heilverfahren grundlegend unterscheiden. Dabei werden wir sehen, dass die Psychobionik nicht im körperlichen, psychischen oder mentalen Bereich des Menschen arbeitet – obgleich diese Bereiche immer mit einbezogen sind – sondern auf der Strukturebene. Dies bedeutet, dass die Psychobionik nicht im sichtbaren Vordergrund oder – wie Ken Wilber sagen würde – an der Oberfläche arbeitet, sondern sie arbeitet im Hintergrund und das heißt: in der Tiefe.

Psychobionik arbeitet mit den Informationen, die ein Mensch im Laufe seines Lebens im Gehirn abgespeichert hat, und die, übersetzt in Energiebilder, in der Innenwelt des Menschen bearbeitet werden. Dabei ist es nicht erforderlich, die Bedeutung der Bilder zu verstehen, wie es beispielsweise in der psychotherapeutischen oder psychoanalytischen Arbeit wichtig ist. In der Psychobionik entschlüsselt sich jede Bedeutung und jeder Sinn in sich selbst. Um die Energiebilder zu einer Veränderung zu bewegen, um sie zu optimieren, ist es allein entscheidend, den Wirkzusammenhang zu verstehen und sie unter Anwendung der psychobionischen Verfahrensweise dahingehend anzuregen, von sich aus in eine Veränderung zu mutieren.

Diese Veränderungen oder Mutationen sind möglich, weil das Gehirn ein selbstorganisierendes System ist, und es daher dazu befähigt ist, sich ständig neu zu bilden und neue und höhere Ordnungsstrukturen zu entfalten. Das heißt: Das Gehirn evolviert ständig und bringt dabei immer komplexere und, wie wir noch sehen werden, ganzheitlichere Strukturen hervor.

Da das Gehirn zur Selbstorganisation fähig ist, ist es also immer bestrebt, einerseits den optimalen Zustand zu erhalten bzw. wieder herzustellen, und andererseits sich im Sinne der Evolution ständig weiter zu optimieren. Wir werden uns die Vorgänge der Selbstorganisation noch genauer ansehen. An dieser Stelle soll nur deutlich werden, dass das heilende Agenz in der Psychobionik nicht durch Fremdeinwirkung von außen zugeführt oder vorgegeben wird, sondern dass es sich im Inneren des Menschen von selbst entfaltet. Und dieses heilende Agenz ist ein höchst dynamisches Prinzip, das allen lebenden Systemen eigen ist.

Wir haben es also mit einer natürlichen, dem Menschen innewohnenden Heilfähigkeit zu tun, die durch die Anwendung der psychobionischen Technik aktiviert wird. Heilungsprozesse werden also letztlich durch die Wirkprinzipien der Selbstorganisation und die Fähigkeit selbstorganisierender Systeme, höherwertige Ordnungsstrukturen zu erzeugen, ausgelöst. Jeder Heilungsvorgang ist also ein emergentes Geschehen, innerhalb dessen es zu plötzlichen sprunghaften Mutationen kommt. Diese sind nicht planbar oder voraussehbar, sie ereignen sich zu einem unbestimmten Zeitpunkt und ihr genauer Ablauf kann nicht nachvollzogen werden.

Die psychobionische Arbeit in der Innenwelt ist vielleicht vergleichbar mit den Vorgängen im subatomaren Bereich. Ähnlich wie in der Innenwelt haben wir es in der Quantenwelt nicht mit Teilen zu tun, sondern mit Strukturen, das heißt mit energetischen Bedingungen, die wiederum mit anderen energetischen Bedingungen verknüpft sind. Deshalb können sie auch nicht als einzelne fixiert oder isoliert werden. Sie sind nicht Teile, sondern Ganzheiten und die Ganzheiten sind wieder Teile von weiteren und höheren Ganzheiten. Ihre Beschaffenheit ist komplex-energetischer Natur, und deshalb bleiben sie der rationalen Vorstellung und der handgreiflichen Anschaulichkeit verborgen. Sie wirken in der unsichtbaren Tiefe. Diese Schwierigkeiten machen es nahezu unmöglich, die energetischen Bedingungen in der Innenwelt zu beschreiben.

Der Physiker Werner Heisenberg spricht in seiner Vorlesung zum Thema Sprache und Wirklichkeit in der modernen Physik über die Schwierigkeiten, die sich durch die Anwendung sprachlicher und logischer Schlussfolgerungen bei der Beschreibung physikalischer Abläufe innerhalb atomarer Strukturen ergeben, und er kommt zu dem Schluss, dass wir mit unserer gewöhnlichen Sprache die Struktur des Atoms nicht beschreiben können. Die gewöhnliche Sprache ist anwendbar, wenn es um Tatsachen oder die Beschreibung experimenteller Resultate geht, nicht aber, wenn wir es mit energetischen Bedingungen zu tun haben.

Heisenberg sagt: „In den Experimenten über Atomvorgänge haben wir mit Dingen und Tatsachen zu tun, mit Erscheinungen, die ebenso wirklich sind, wie Erscheinungen im täglichen Leben. Aber die Atome oder die Elementarteilchen sind nicht ebenso wirklich. Sie bilden eher eine Welt von Tendenzen und Möglichkeiten als eine von Dingen und Tatsachen.“

In der Innenwelt haben wir es mit Energiebildern zu tun, und diese Energiebilder sind komplexe verschlüsselte Informationsstrukturen, die mit anderen Informationsstrukturen in einem riesigen Netzwerk zusammenwirken. Zudem sind sie mit Körperempfindungen, Emotionen und Gedankenmustern verknüpft, haben Bezug zu den Erinnerungen eines Menschen oder zu unveränderbaren Energiebildern aus dem morphogenetischen Feld. Wir haben es mit einer ungeheuren Komplexität zu tun, die als Ganzes nicht fassbar ist. Wir können aber, wie wir noch sehen werden, wichtige Zusammenhänge herstellen und beispielsweise den Wirkungsbereich einer Struktur, welche ein ganz spezifisches Problemfeld durchzieht, auffinden und diese ganz gezielt in die Veränderung führen.

Um das Wirkprinzip des psychobionischen Heilens zu erläutern, müssen wir verschiedene Aspekte berücksichtigen, die entscheidend sind. Wir haben es mit einem äußerst komplexen Geschehen zu tun und das heilende Prinzip ist weder sichtbar noch berechenbar, es lässt sich nicht vorherbestimmen, und sein genauer Verlauf ist nicht einsichtig. Wir haben es mit einem Geschehen zu tun, das sich in der Tiefe der menschlichen Seele vollzieht, dort, wo die Gesetze der Logik außer Kraft gesetzt sind, dort, wo die Struktur des Ganzen im unsichtbar Wirkenden wahrnehmbar wird.

Ein solches Geschehen in seiner ganzheitlichen Essenz zu beschreiben, ist im Grunde gar nicht möglich. Es verhält sich damit tatsächlich ähnlich wie mit der Beschreibung quantenphysikalischer Vorgänge. Wir müssen uns deshalb damit begnügen, Schritt für Schritt vorzugehen und nacheinander die einzelnen Aspekte zu betrachten, die in ihrer Gesamtheit dieses komplexe Geschehen zu erhellen vermögen. Bei diesem Vorgang haben wir es mit verschiedenen Ebenen oder Feldern zu tun, die in ihren unterschiedlichen Ausdrucks- und Manifestationsweisen das gesamte Erleben des Menschen kennzeichnen, wobei diese Felder natürlich keinesfalls getrennt zu betrachten sind, da sie innerhalb der Ordnung des Ganzen miteinander in ständiger Kommunion stehen, wobei ein Feld das andere bedingt. Des Weiteren haben wir es mit verschiedenen Perspektiven zu tun, aus denen heraus wir die einzelnen Aspekte wahrnehmen können.

Aber fassen wir zunächst das Gesagte noch einmal kurz zusammen: Die Psychobionik ist eine Technik, die es ermöglicht, ein selbstorganisatorisches Geschehen in der Innenwelt des Menschen auszulösen, was immer in einer höheren Ordnungsstruktur mündet. Die damit einhergehenden Veränderungen sind nicht voraussehbar, sie sind nicht logisch nachvollziehbar und in ihrem tiefsten Wesen nicht einsehbar. Sie entfalten sich aus dem System heraus von selbst, und sie haben immer Auswirkungen auf das gesamte System.