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Jean Gebser und der Weg ins integrale Bewusstsein (Artikel in Tattva Viveka)

Jean Gebser und der Weg ins integrale Bewusstsein

Und es will vieles werden

Die Entwicklung der Menschheit

Autor: Marina Stachowiak
Kategorie: Bewusstsein
Ausgabe Nr: 79

Jean Gebser ist der Begründer der Entwicklungsstufen des kollektiven Bewusstseins. Er unterscheidet fünf Stufen: die archaische, die magische, die mythische, die mentale und die integrale. Das komplexe Werk von Gebser wird hier anschaulich und kongenial zusammengefasst. Die Menschheit ist vorwiegend in der mentalen Stufe, die jedoch schon Verfallserscheinungen zeigt. Es ist nun notwendig, kollektiv in die integrale Stufe einzutreten.

Dass wir momentan in einer Zeit des Bewusstseinswandels leben, wird inzwischen von vielen Menschen gesehen.

Allein die großen globalen Probleme wie beispielsweise der Klimawandel, die toxischen Belastungen von Luft, Wasser und Erde reichten aus, um die absolute Dringlichkeit eines notwendenden Wandels zu bekräftigen. Die Chaos- und Zerstörungsprozesse in der Welt häufen sich zusehends und zeugen von jener tiefgehenden Wandlung, die sich vor unseren Augen und auch in unserem Inneren abspielt.

Jean Gebser und der Weg ins integrale Bewusstsein
Jean Gebser

Angesichts der Weltlage stellen sich vorrangig zwei Fragen, nämlich was dazu geführt hat, und wie ein Wandel möglich ist. Auf diese Fragen hat der Bewusstseinsforscher Jean Gebser Antworten gefunden, die uns zu einer ganz neuen Menschen- und Weltsicht führen. In seinem Hauptwerk Ursprung und Gegenwart legt Gebser offen, dass wir uns momentan in einer Umbruchphase befinden, in der sich unsere bislang gegebene Bewusstseinsstruktur erschöpft und sprunghaft in eine neue Struktur mutiert. Er spricht vom heutigen Chaos, der zunehmenden Maßlosigkeit, vom Umgang mit der Natur und der Erde, von der Zunahme technologischer Entwicklung, die mit der Abnahme des menschlichen Verantwortungsbewusstseins einhergeht, sowie von der Vereinzelung oder Vermassung des Individuums und der großen psychischen Not, die überall herrscht, und er sieht alle diese Anzeichen als deutliche Hinweise auf diesen Bewusstseinswandel.

Gebser verfasste sein Werk zwischen 1949 und 1953 und hat das, was gerade weltweit geschieht, bereits vor über einem halben Jahrhundert vorausgesehen. Mit eindrücklichen Beispielen aus den verschiedenen Wissenschaftsbereichen wies Gebser ein Strukturmodell des menschlichen wie menschheitlichen Bewusstseins nach, das gerade heute von aktueller Bedeutung ist.

Der mythische Mensch

Für einen solchen innerlichen Prozess ist die Wahrnehmung der Zeit als Qualität und Intensität, als Umfassendes entscheidend, da sie ihrem Wesen gemäß integraler Natur ist. Denn war das große Thema der mentalen Struktur der Raum, so ist das große Thema der integralen Struktur die Zeit. Dies können wir an der heute so verbreiteten Zeitnot, ja Zeitangst erkennen, von der Gebser sagt, dass sie eine Projektion ist und dass es darum geht, diese Projektion zu erkennen und zurückzunehmen, damit uns die Zeit als eine umfassende und umfangende Qualität bewusst werden kann.

Die Entwicklung der Menschheit

In der integralen Wahrnehmung wird uns mit der äußeren Erscheinungsform, die stets räumlich fixiert ist, auch ihre innere Wesensqualität bewusst, die geistiger Natur ist und folglich mit dem Ganzen verbunden ist. Auf unsere Persönlichkeit, auf unser Ich bezogen, das unsere äußere Erscheinungsform, also ein Bewirktes ist, bedeutet dies, dass wir uns unserem inneren Wesenskern, dem Sich, das ein Bewirkendes ist, und damit geistiger Natur und mit dem Ganzen verbunden, öffnen müssen. Es ist also unsere gegenwärtige Aufgabe, dass wir uns mehr und mehr von unserem Ich distanzieren, das nur vorübergehender Natur ist, und uns dem eigentlichen Kern unseres Daseins öffnen.

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Marina Stachowiak beschreibt in diesem Artikel, die verschiedenen Entwicklungsstufen des Bewusstseins, die von Jean Gebser erfasst wurden, um den Menschen eine Karte der Bewusstseinsprozesse übergeben zu können mit dem Ziel der kollektiver Transformation und Bewusstwerdung..

Die vollständige Fassung lesen Sie in der Tattva Viveka 79. Auch für 2,00 € als ePaper erhältlich (Pdf, 10 Seiten).

Zum 40. Todestag von Jean Gebser

Zum 40. Todestag von Jean Gebser

Der Ursprung ist immer gegenwärtig. Er ist kein Anfang, denn aller Anfang ist zeitgebunden. Und die Gegenwart ist nicht das bloße Jetzt, das Heute oder der Augenblick. Sie ist nicht ein Zeitteil, sondern eine ganzheitliche Leistung, und damit auch immer ursprünglich. Wer es vermag, Ursprung und Gegenwart als Ganzheit zu Wirkung und Wirklichkeit zu bringen, sie zu konkretisieren, der überwindet Anfang und Ende und die bloß heutige Zeit. (Jean Gebser)

Mit diesen Worten beginnt Jean Gebser sein großartiges und gerade heute hochaktuelles Werk Ursprung und Gegenwart, in dem er die abendländische Bewusstseinsgeschichte anhand vieler Belege aus den verschiedensten Disziplinen aufzeigt und nachweist.

Heute, am 14. Mai 2013, ist sein 40. Todestag. Jean Gebser starb in den frühen Morgenstunden mit 68 Jahren in Wabern bei Bern. Er war einer der großen Bewusstseinsforscher und Visionär eines neuen Bewusstseins, das er als integral bezeichnete. Gebsers Vermächtnis war und ist nicht nur mir und dem Institut für Integrale Bewusstseinsbildung wegweisend, sondern auch vielen Menschen auf der ganzen Welt, die an Tiefe, Grund und Sinn interessiert sind.

Jean Gebser hat uns mit seinem Strukturmodell des menschheitlichen Bewusstseins auch das Wesen der eigenen Bewusstseinssphäre aufgezeigt. Demnach ist das menschliche Bewusstsein ein Simile der menschheitlichen Bewusstseinsmutationen. Denn durch Gebser wissen wir heute, dass jeder Mensch in der individuellen Entwicklung vom Säugling zum Erwachsenen die jeweiligen Stadien der menschheitlichen Bewusstseinsentfaltung erneut durchlaufen muss. Dies bedeutet für den einzelnen Menschen eine enorme geistige Leistung, die, wenn sie vollzogen ist, zu einem Dimensionsgewinn führt.

Mit Temporik-ART können wir Gebsers Modell nun nach so langer Zeit eine praktische Methode zur Seite stellen, die erstmals dazu in der Lage ist, die von Gebser aufgezeigten und uns konstituierenden Bewusstseinsstufen aufzufinden und sie schöpferisch zu verändern, sie uns bewusst werden zu lassen und sie zu integrieren. Dass es so lange gedauert hat, Gebsers Modell eine praktisch handhabbare Methode zur Seite zu stellen, zeugt von der Langsamkeit von Bewusstwerdungsprozessen, aber auch von der Mühsal, die sie mit sich bringen.

In seinem Werk Ursprung und Gegenwart beschreibt Gebser fünf Stufen bzw. Mutationen der geistigen Entfaltung des menschlichen Bewusstseins, die archaische, magische, mythische, mentale und die sich entfaltende integrale Struktur. Dabei distanziert er sich ausdrücklich von dem Begriff der Entwicklung im Sinne einer allgemein als lineares Geschehen verstandenen Bedeutung. Vielmehr ist das, was Gebser als Mutation beschreibt, ein sprunghaftes, akausales und plötzlich sich vollziehendes Geschehen, wobei jede neu mutierende Stufe die bereits vorhandenen integriert. Anders als andere Denker vor ihm, welche die kulturelle Entwicklung als linearen Prozess des Aufkommens neuer und besserer Formen und des Absterbens überkommener sahen, bleiben die bereits vollzogenen Mutationen laut Gebser bestehen und werden von den jeweils neuen Mutationen umfangen. So wirken sämtliche Stufen in einem hierarchischen Gefüge ineinander und miteinander, wobei jede Bewusstseinsmutation einen Dimensionsgewinn darstellt. Dabei ist jede Stufe ein Nachvollzug dessen, was bereits wirkt bzw. was bereits im Ursprung angelegt ist, da jede Stufe aus dem unsichtbaren Ursprung, der für Gebser geistig-göttlicher Natur ist, mutiert.

Jede Mutation verläuft in zwei Phasen, die sich unterschiedlich ausprägen. Während der effizienten Phase geht es um das Verständnis und das Erfassen der neuen Qualität, wobei das Schöpferische im Vordergrund steht. Wenn die neue Qualität manifestiert und stabilisiert ist, beginnt sich bereits die defiziente Phase abzuzeichnen, die Struktur ist in ihrer Qualität erschöpft und es zeigen sich bereits die Anzeichen der neuen Struktur, die schließlich in die Mutation führen.

In unseren Tagen durchleben wir einen solchen Bewusstseinswandel, nämlich denjenigen aus der mental-rationalen Struktur in die sich bereits seit langem ankündigende integrale Struktur.

Die Defizienzphase, in der wir uns gerade bewegen, zeitigt enorme Veränderungen, ein großes Chaos in allen möglichen Bereichen, viele Krankheiten und Stressparameter, mit denen wir konfrontiert sind. Vor allem die großen Themen der integralen Struktur, die Zeit als Qualität und Intensität und das Geistige als der alles durchscheinende und umspannende Ursprung sind diejenigen Bereiche, die sich vorwiegend noch in der defizienten Form zeigen. Was das Thema der Zeit betrifft, so begegnet uns etwa die Getriebenheit, Schnelllebigkeit und Hast, weil kaum mehr ein Mensch alle Anforderungen, die ihm gestellt sind, bewältigen kann und nach wie vor die meisten Menschen die Zeit als mental-rationale Uhrenzeit verstehen, nicht jedoch als eine grundlegende Qualität.

Seit Einstein wissen wir von der Zeit als einer vierten Dimension, wenn auch nur als einer berechenbaren Größe, aber in vielerlei Hinsicht wird verstärkt über die Zeit als einer akathegorialen Größe nachgedacht wie zum Beispiel in der Quantenphysik und denjenigen Bereichen, die bestrebt sind, die Erkenntnisse der Quantenphysik aufzunehmen und umzusetzen, wie es in Temporik-ART auf ganz praktische Weise geschieht.

Was das Geistige angeht, so begegnet es uns ebenfalls in defizienten Formen, die eher an Rückfälle in bereits überwundene Strukturen erinnern als daran, was Gebser mit dem Geistigen meint. Nämlich die Diaphanität, das Durchscheinen des Geistigen als dem ursprünglichen und tragenden Prinzip. In etlichen Bereichen scheint das Geistige jedoch bereits seit langem durch, wobei wieder die Quantenphysik zu nennen ist, aber auch alle Bereiche, in denen es nicht mehr nur um Systeme geht, sondern bereits um Strukturen, so wie in Temporik-ART.

Das integrale Verständnis der Wirklichkeit bedarf einer Bewusstwerdung des Weltganzen als Verwirklichungshierarchie, in der alles mit allem verbunden ist und in ständiger Wechselwirkung miteinander steht. Es bedarf des inneren Gewahrwerdens aller bereits geleisteter Bewusstseinsmutationen und einen grundlegenden Wandel der bisherigen Ichbezogenheit hin zu einem Miteinander und Füreinander, hin zu einem Sich, wie Gebser es nennt.

Um diesen Übergang aus der defizienten rationalen Struktur in die integrale zu leisten, hat uns Jean Gebser das theoretische Modell geliefert, das jeder und jedem von uns den Weg weisen kann, der zu gehen ist, um diese Phase des Übergangs gefahrlos zu überstehen. Es ist die Aufgabe des einzelnen Menschen, diesen Übergang zu leisten. Temporik-ART bietet hierzu die gestalterischen Mittel, die dem tieferen Verständnis dessen, worauf es in diesen Tagen ankommt, Wege in ein Zeit-freies und Ich-freies Leben weisen.

Es ist eines nötig: einmal in seinem Leben wenigstens eines ganz getan zu haben. Ganz. Mit allem Einsatz. Bis zum stärksten Verlust. Bis zur endgültigen Aufgabe des eigenen Ichs. Einmal über sich selbst hinausspringen und an die Himmel rühren. Einmal die Spannung so weit zu treiben, daß es nur noch das Entweder-Oder gibt. Wenn man da hinüber kann, dann kann man durch. (Jean Gebser)

Weiblichkeit und Spiritualität

Frauenseminar: 27. – 29.05.2011
Psychobionische Innenweltreisen und Profilings mit Marina Stachowiak

Was ist mit Weiblichkeit oder dem Weiblichen gemeint? Was hat es mit Spiritualität auf sich und wieso sind diese Fragen gerade für Frauen unserer heutigen Zeit so unglaublich relevant?

Dieses Seminar geht den Themen in psychobionischen Supervisionen nach und schaut sie von innen. Jede Frau hat das Potenzial, ihre Weiblichkeit zu entfalten und damit einen erheblichen Beitrag für ein friedliches Zusammenwirken in den ganz persönlichen Beziehungen, aber auch weit darüber hinaus zu leisten. Die Jahrtausende währende Unterdrückung und Ausmerzung des Weiblichen – in Frauen und Männern gleichermaßen – in den Wissenschaften und in der Religion, in Politik und Gesellschaft – hat zu einer Weltsicht geführt, die zwar das Einzelne präzise fokussiert, die Verbindung zum Ganzen jedoch verloren hat.

Und darum geht es, um die Verbindung zum Ganzen und das Aufgehoben-Sein in ihm. Das bedeutet letztlich, eine neue Weltwahrnehmung zu entfalten, in der das Weibliche und das Männliche in uns in Einklang gelangt und wieder jene Polarität entfaltet, die sich gegenseitig trägt und befruchtet.

Dass Frauen hier und heute die ersten Schritte zu gehen haben, sie gehen müssen, ist der Tatsache zu schulden, dass das weibliche Geschlecht die Unterdrückung des Weiblichen in der Opferposition erfahren hat. Im Seminar wird es deshalb gerade auch um die Geschichte der Mütter, Großmütter und Urgroßmütter gehen, welche die nicht gelebte Weiblichkeit an uns weiter vererbt haben.

Spiritualität, um die es in diesem Seminar meint eine post-egoische geistige Leistung, die nicht als Rückfall in prä-egoische Religionen und Mythen oder in magische Bewusstseinsstufen missverstanden werden darf, ganz im Gegenteil! . Alle prä-egoischen Entwicklungsperioden der Menschheitsgeschichte bilden jedoch den fruchtbaren Boden für eine Spiritualität, die dazu in der Lage ist, die überkommenen Strukturen zu integrieren und einzubinden und sie bewusst ins Ganze einzuschließen, denn sie gehören dazu. Nur so, im Bewusstsein des Ganzen und im Bewusstsein dessen, dass alle bisherige Entfaltung nötig ist, um den nächsten Bewusstseinssprung zu leisten, ist er auch leistbar.

Eva – Sexualität und Tod im Patriarchat

Eva – Sexualität und Tod im Patriarchat

Lichtbildvortrag: 04.03.2011, 19.00 Uhr
Der Vortrag verfolgt die Wandlung der Auffassungen über Sexualität und Tod, die im Bild der Frau zur Aussage gelangen, anhand der Gegenüberstellung zweier unterschiedlicher Bewusstseinsstrukturen. Er versteht sich als Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit Religion und Mythos. Von der Großen Mutter und Göttin bis zur Mutter Gottes der christlichen Religion, von der biblischen Eva und der talmudischen Lilith bis zur Besessenen der Neuzeit und der Prostituierten im 20. Jahrhundert spürt der Vortrag den Bildern der Frau nach. Wer ist sie, wie wurde sie in den unterschiedlichen Epochen gesehen und wer hat die Bilder von ihr entworfen?

Weibliche Spiritualität im Märchen

Weibliche Spiritualität im Märchen

Aschenputtel – Weg der inneren Reifung, Vortrag: 14.01.11
Die meisten Märchen haben sich im Lauf von Jahrhunderten gewandelt und sich den Gegebenheiten der jeweiligen Epoche angepasst. Dadurch ist ihr ursprünglicher Bedeutungsgehalt häufig verschleiert, zum Teil herausgelöst worden oder ganz verloren gegangen. In vielen Märchen ist jedoch die ursprüngliche Bedeutung noch erhalten. Zum Beispiel in Märchen, in denen die Überreste einer alten Spiritualität durchscheinen, deren universaler Charakter sich in Bildern übersinnlicher Phänomene, Symbolen der Lebenskraft und in Geschichten seelischer Wandlungs- und Transformationsprozesse aufscheint.

Die Sprache der Märchen ist eine Bilder- und Symbolsprache, welche die tieferen Schichten der menschlichen Seele berührt. Märchen transportieren ein universales Wissen, aus dem heraus Einsichten in die seelische Grundkonzeption jener tieferen Seelenschicht zu gewinnen sind. Das Märchen vom Aschenputtel führt uns in vielfältiger Symbolik das Streben des Menschen nach ständiger Weiter- und Hö­herentwicklung bis zur initiatorischen Reife der Persönlichkeit vor Augen.

Faschismus und Krieg – Die Folgen in den Generationen danach

Faschismus und Krieg – Die Folgen in den Generationen danach

23. – 26.06.2011

Psychobionische Innenweltreisen mit Marina Stachowiak

Der deutsche Faschismus und der zweite Weltkrieg haben nachhaltige Traumatisierungen hinterlassen, die in den Nachkriegsgenerationen auf vielfältige Weise weiter wirken. Weder die kollektive Schuld, noch die durch Unterdrückung und Krieg entstandenen Ängste und Verunsicherungen sind bis heute bewältigt. Sie zeigen sich in den Nachkriegsgenerationen in Form von vielfältigen Stresssymptomen, die zu gesundheitsgefährdenden Faktoren werden können.

Die Epigenetik bestätigt die Erkenntnis, dass wir die Erbinnen und Erben der Erfahrungen unserer Vorfahren sind! Wir tragen die kollektive Schuld und die Folgen unbewältigter Ängste und Traumata unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern! Und wenn auch wir sie weiter unbewältigt lassen, geben wir sie weiter an unsere Nachkommen.

Es wird Zeit, die Vergangenheit nicht nur im Außen, sondern auch und gerade im Inneren zu bewältigen! Mit der Psychobionik haben wir eine einzigartige Technik zur Hand, mit der wir uns dieser schwierigen Aufgabe annehmen können. Vergangenheitsbewältigung, um für sich selbst und seine Kinder die größtmögliche Gesundheitsvorsorge zu treffen und darüber hinaus einen entscheidenden Beitrag zum Frieden in der Welt zu leisten, ist für die heutige Zeit eine der Not-wendigen Herausforderungen.

In den Seminaren zum deutschen Faschismus stellen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Ihre Familie nicht im Außen, sondern im Inneren auf und erfahren die Geschehnisse und Hintergründe hautnah selbst und direkt in einer nie da gewesenen Tiefe! In Synergetischen Profilings können die bedeutenden und historisch nachwirkenden Situationen aus der Familiengeschichte gezielt aufgesucht und in der jeweiligen Innenwelt gegen geprüft werden, so dass auch die durch sie resultierenden Auswirkungen im Leben der einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer deutlich werden.

Mit Psychobionik kann jeder Mensch seine kollektive Vergangenheit selbst erlösen und nachhaltig verändern: Für sich selbst, für seine Vorfahren und für seine Nachkommen.

Das Arbeiten in den Seminaren:

Intensive Innenweltarbeit zum Thema Krieg und Faschismus in psychobionischen Einzelsupervisionen in der Gruppe

Profilings mit Familienaufstellung in der Innenwelt

Verbindung mit dem morphischen Feld der jüngsten Vergangenheit

Erfahrungen mit systemischen Familienaufstellungen, synergetischen Innenweltreisen oder Psychobionik-Supervisionen sind gute Ausgangslagen.

Mars – Antrieb und Durchsetzungskraft. Venus – Sinnlichkeit und Harmonie

Mars – Antrieb und Durchsetzungskraft. Venus – Sinnlichkeit und Harmonie

Seminare

Kollektive Urbilder im individuellen Seelenfeld

Mars – Antrieb und Durchsetzungskraft: 01. – 03.04.2011

Venus – Sinnlichkeit und Harmonie: 20. – 22.05.2011

Astrologische Psychobionik mit Roswitha Schneider und Marina Stachowiak

Planetenaspekte Ihres persönlichen Geburtshoroskops, Profiling innerhalb der Gruppe zu Ihren innerseelischen planetaren Qualitäten sowie deren innere individuelle Struktur.

„Wenn es Wahrheiten gibt, die nach Jahrtausenden noch dieselben sind, dann können es nur innerseelische Wahrheiten sein, während sich unterdessen alle Bewusstseinsinhalte geändert haben. Das Bleibende in der Astrologie beruht somit auf Symbolen, die seelische Grundgehalte umschreiben.“ (Thomas Ring, Astrologische Menschenkunde, Teil IV, S. VII)

Die Astrologie ist ein auf Selbstähnlichkeiten basierendes Modell, das seit Jahrtausenden zur Erfassung und Erklärung von Wirkzusammenhängen („wie oben so unten“) und der Einbindung des Menschen in ein Gesamtsystem dient.

Mit der von Bernd Joschko entwickelten Psychobionik eröffnen sich dem astrologischen Modell nunmehr völlig neue Möglichkeiten: Die von außen herangetragene und damit die Oberfläche betrachtende Interpretation und Deutung ist nicht länger gefragt. Vielmehr eröffnet die Psychobionik das Feld der innerseelischen Betrachtungsweise: Die Grundanlagen des Menschen, wie sie selbstähnlich im Geburtshoroskop dargestellt sind, können sich nun durch die direkte Begegnung und das unmittelbare Erleben von selbst erschließen und erklären.

Einen Ansatzpunkt bieten hier z. B. die planetaren Kräfte, welche der Beschreibung von Grundenergie-Qualitäten dienen, die jedem Menschen inneliegen. Als Kollektiv-Symbole sind sie auch im individuellen Feld des einzelnen Menschen aufrufbar und in ihrer Qualität als höhere Instanzen bzw. Urbilder des eigenen Seelenfeldes wahrzunehmen.

Über die Technik des Profiling werden Ereignisse und Erlebnisse aufgefunden, die zu lebenshemmenden Musterprägungen geführt haben und dadurch die freie Entfaltung der Grundenergie-Qualitäten behindern oder unterbinden. Über die psychobionische Transformationsarbeit werden diese Blockaden aufgelöst, so dass das individuelle Potenzial wieder frei fließen kann und der lebendigen Umsetzung zur Verfügung steht.

Der mit der Aufdeckungs- und Transformationsarbeit einhergehende Erkenntnisprozess erweitert und vertieft das Bewusstsein für den eigenen Lebensentwurf und die dahinerliegende Aufgabenstellung, wie sie bereits selbstähnlich im Geburtshoroskop als „Landkarte der Seele“ angedeutet ist.

Psychobionik – Integrales Heilen auf dem Weg in ein neues Bewusstsein

Stachowiak, Marina

Psychobionik –psychobionik-buch

Integrales Heilen auf dem Weg in ein neues Bewusstsein

Param Verlag ISBN: 978-3-88755-271-8

Paperback, 256 S.

Ahlerstedt 2008

18,80 Euro

Auch über marinastachowiak@aol.com

Psychobionik ist ein integrales Selbstheilungsverfahren. Sie nutzt die natürliche, dem Menschen innewohnende Heilfähigkeit und ermöglicht dem Gehirn, negativ wirkende und krankmachende Informationsstrukturen zu verändern und in eine höhere und ganzheitlichere Ordnung zu führen. Dabei reorganisieren sich die neuronalen Strukturen, in denen die Informationen abgebildet sind, nachhaltig, was zu entsprechend heilsamen Veränderungen in Körper, Geist und Psyche führt.

Psychobionik ist eine Kombination von Evolutionsbionik und Synergetik und beruht auf dem integralen Ansatz von Ken Wilber und Jean Gebser. Der psychobionische Heilungsvorgang ist Teil der sich derzeit global entfaltenden neuen Bewusstseinsstruktur, die Jean Gebser Integrales Bewusstsein genannt hat.

nachfolgend ein Textauszug (Buch Seite 20)

Die Psychobionik in ihren Grundzügen

Evolution ist selbst erzeugbar. Das Schlagwort Selbstheilung impliziert ein know how, mit dem der einzelne Mensch sich selbst aus dem Sumpf von Schicksal und Krankheit ziehen kann.- Bernd Joschko –

Mit diesem kurzen Sprint durch die Evolutionsgeschichte beginnt unsere Reise durch die faszinierende Welt der Psychobionik. Er ist insofern relevant, als dass wir es im Folgenden ständig mit evolutionären Prozessen zu tun haben. Gleich im ersten Kapitel werden wir uns mit grundlegenden evolutionären Prinzipien auseinandersetzen, die in der Psychobionik entscheidend sind. Denn wie sich evolutionäre Entfaltung vollzieht, welche Bedingungen entscheidende Veränderungen hervorrufen und was diese Bedingungen hervorruft, sind die wichtigsten Fragen und Orientierungen in der Psychobionik.

Aber auch in den weiteren Kapiteln wird uns die Evolution begleiten, und die Kenntnis um ihre Wirkzusammenhänge wird uns schließlich im dritten Kapitel, in dem wir uns mit den Bewusstseinsmutationen beschäftigen, zu einem tieferen Einblick in die Entfaltung des menschlichen Geistes verhelfen.

Zunächst werden wir uns mit den Grundzügen der Psychobionik auseinandersetzen, woran deutlich werden wird, dass sie sich von medizinischen und psychotherapeutischen Heilverfahren grundlegend unterscheiden. Dabei werden wir sehen, dass die Psychobionik nicht im körperlichen, psychischen oder mentalen Bereich des Menschen arbeitet – obgleich diese Bereiche immer mit einbezogen sind – sondern auf der Strukturebene. Dies bedeutet, dass die Psychobionik nicht im sichtbaren Vordergrund oder – wie Ken Wilber sagen würde – an der Oberfläche arbeitet, sondern sie arbeitet im Hintergrund und das heißt: in der Tiefe.

Psychobionik arbeitet mit den Informationen, die ein Mensch im Laufe seines Lebens im Gehirn abgespeichert hat, und die, übersetzt in Energiebilder, in der Innenwelt des Menschen bearbeitet werden. Dabei ist es nicht erforderlich, die Bedeutung der Bilder zu verstehen, wie es beispielsweise in der psychotherapeutischen oder psychoanalytischen Arbeit wichtig ist. In der Psychobionik entschlüsselt sich jede Bedeutung und jeder Sinn in sich selbst. Um die Energiebilder zu einer Veränderung zu bewegen, um sie zu optimieren, ist es allein entscheidend, den Wirkzusammenhang zu verstehen und sie unter Anwendung der psychobionischen Verfahrensweise dahingehend anzuregen, von sich aus in eine Veränderung zu mutieren.

Diese Veränderungen oder Mutationen sind möglich, weil das Gehirn ein selbstorganisierendes System ist, und es daher dazu befähigt ist, sich ständig neu zu bilden und neue und höhere Ordnungsstrukturen zu entfalten. Das heißt: Das Gehirn evolviert ständig und bringt dabei immer komplexere und, wie wir noch sehen werden, ganzheitlichere Strukturen hervor.

Da das Gehirn zur Selbstorganisation fähig ist, ist es also immer bestrebt, einerseits den optimalen Zustand zu erhalten bzw. wieder herzustellen, und andererseits sich im Sinne der Evolution ständig weiter zu optimieren. Wir werden uns die Vorgänge der Selbstorganisation noch genauer ansehen. An dieser Stelle soll nur deutlich werden, dass das heilende Agenz in der Psychobionik nicht durch Fremdeinwirkung von außen zugeführt oder vorgegeben wird, sondern dass es sich im Inneren des Menschen von selbst entfaltet. Und dieses heilende Agenz ist ein höchst dynamisches Prinzip, das allen lebenden Systemen eigen ist.

Wir haben es also mit einer natürlichen, dem Menschen innewohnenden Heilfähigkeit zu tun, die durch die Anwendung der psychobionischen Technik aktiviert wird. Heilungsprozesse werden also letztlich durch die Wirkprinzipien der Selbstorganisation und die Fähigkeit selbstorganisierender Systeme, höherwertige Ordnungsstrukturen zu erzeugen, ausgelöst. Jeder Heilungsvorgang ist also ein emergentes Geschehen, innerhalb dessen es zu plötzlichen sprunghaften Mutationen kommt. Diese sind nicht planbar oder voraussehbar, sie ereignen sich zu einem unbestimmten Zeitpunkt und ihr genauer Ablauf kann nicht nachvollzogen werden.

Die psychobionische Arbeit in der Innenwelt ist vielleicht vergleichbar mit den Vorgängen im subatomaren Bereich. Ähnlich wie in der Innenwelt haben wir es in der Quantenwelt nicht mit Teilen zu tun, sondern mit Strukturen, das heißt mit energetischen Bedingungen, die wiederum mit anderen energetischen Bedingungen verknüpft sind. Deshalb können sie auch nicht als einzelne fixiert oder isoliert werden. Sie sind nicht Teile, sondern Ganzheiten und die Ganzheiten sind wieder Teile von weiteren und höheren Ganzheiten. Ihre Beschaffenheit ist komplex-energetischer Natur, und deshalb bleiben sie der rationalen Vorstellung und der handgreiflichen Anschaulichkeit verborgen. Sie wirken in der unsichtbaren Tiefe. Diese Schwierigkeiten machen es nahezu unmöglich, die energetischen Bedingungen in der Innenwelt zu beschreiben.

Der Physiker Werner Heisenberg spricht in seiner Vorlesung zum Thema Sprache und Wirklichkeit in der modernen Physik über die Schwierigkeiten, die sich durch die Anwendung sprachlicher und logischer Schlussfolgerungen bei der Beschreibung physikalischer Abläufe innerhalb atomarer Strukturen ergeben, und er kommt zu dem Schluss, dass wir mit unserer gewöhnlichen Sprache die Struktur des Atoms nicht beschreiben können. Die gewöhnliche Sprache ist anwendbar, wenn es um Tatsachen oder die Beschreibung experimenteller Resultate geht, nicht aber, wenn wir es mit energetischen Bedingungen zu tun haben.

Heisenberg sagt: „In den Experimenten über Atomvorgänge haben wir mit Dingen und Tatsachen zu tun, mit Erscheinungen, die ebenso wirklich sind, wie Erscheinungen im täglichen Leben. Aber die Atome oder die Elementarteilchen sind nicht ebenso wirklich. Sie bilden eher eine Welt von Tendenzen und Möglichkeiten als eine von Dingen und Tatsachen.“

In der Innenwelt haben wir es mit Energiebildern zu tun, und diese Energiebilder sind komplexe verschlüsselte Informationsstrukturen, die mit anderen Informationsstrukturen in einem riesigen Netzwerk zusammenwirken. Zudem sind sie mit Körperempfindungen, Emotionen und Gedankenmustern verknüpft, haben Bezug zu den Erinnerungen eines Menschen oder zu unveränderbaren Energiebildern aus dem morphogenetischen Feld. Wir haben es mit einer ungeheuren Komplexität zu tun, die als Ganzes nicht fassbar ist. Wir können aber, wie wir noch sehen werden, wichtige Zusammenhänge herstellen und beispielsweise den Wirkungsbereich einer Struktur, welche ein ganz spezifisches Problemfeld durchzieht, auffinden und diese ganz gezielt in die Veränderung führen.

Um das Wirkprinzip des psychobionischen Heilens zu erläutern, müssen wir verschiedene Aspekte berücksichtigen, die entscheidend sind. Wir haben es mit einem äußerst komplexen Geschehen zu tun und das heilende Prinzip ist weder sichtbar noch berechenbar, es lässt sich nicht vorherbestimmen, und sein genauer Verlauf ist nicht einsichtig. Wir haben es mit einem Geschehen zu tun, das sich in der Tiefe der menschlichen Seele vollzieht, dort, wo die Gesetze der Logik außer Kraft gesetzt sind, dort, wo die Struktur des Ganzen im unsichtbar Wirkenden wahrnehmbar wird.

Ein solches Geschehen in seiner ganzheitlichen Essenz zu beschreiben, ist im Grunde gar nicht möglich. Es verhält sich damit tatsächlich ähnlich wie mit der Beschreibung quantenphysikalischer Vorgänge. Wir müssen uns deshalb damit begnügen, Schritt für Schritt vorzugehen und nacheinander die einzelnen Aspekte zu betrachten, die in ihrer Gesamtheit dieses komplexe Geschehen zu erhellen vermögen. Bei diesem Vorgang haben wir es mit verschiedenen Ebenen oder Feldern zu tun, die in ihren unterschiedlichen Ausdrucks- und Manifestationsweisen das gesamte Erleben des Menschen kennzeichnen, wobei diese Felder natürlich keinesfalls getrennt zu betrachten sind, da sie innerhalb der Ordnung des Ganzen miteinander in ständiger Kommunion stehen, wobei ein Feld das andere bedingt. Des Weiteren haben wir es mit verschiedenen Perspektiven zu tun, aus denen heraus wir die einzelnen Aspekte wahrnehmen können.

Aber fassen wir zunächst das Gesagte noch einmal kurz zusammen: Die Psychobionik ist eine Technik, die es ermöglicht, ein selbstorganisatorisches Geschehen in der Innenwelt des Menschen auszulösen, was immer in einer höheren Ordnungsstruktur mündet. Die damit einhergehenden Veränderungen sind nicht voraussehbar, sie sind nicht logisch nachvollziehbar und in ihrem tiefsten Wesen nicht einsehbar. Sie entfalten sich aus dem System heraus von selbst, und sie haben immer Auswirkungen auf das gesamte System.

Die Rückkehr der Göttin

Die Rückkehr der Göttin

Spätestens seit James Lovelocks „Gaia-Prinzip“ weiß es auch die Wissenschaft: Die Erde ist ein Wesen! Was gestern noch als Mythos galt, und was heute Systemwissenschaftler für wahr erachten, zeugt von tiefem menschlichen Wissen, das aus den Schichten des kollektiven Unbewussten allmählich wieder an die Oberfläche rationaler Erkenntnis gelangt. Glücklicherweise, so darf man sagen, denn angesichts des drohenden globalen Kollapses bedarf es eines neuen Denkens über das Leben auf unserem Planeten und es braucht vor allem einen neuen Umgang mit der Erde. Der Drang zur Unterdrückung und Ausbeutung hat seine Stoßkraft verausgabt, und die Folgen sind heute klar erkennbar. Die Rückkehr der Göttin kommt zur rechten Zeit, zeugt sie doch nicht nur von einem anderen Umgang mit der Frau oder dem Weiblichen an sich, sondern auch von einem veränderten Umgang mit der Erde.

rueckkehr

Die Rückkehr der Göttin in: art photo akt, magazin für internationale aktfotografie, (Heft 4, 2002: frauen fotografieren Frauen). Hrsg: Andrej Kulakowski, Galerie Kunst und Design, Reichelsheim, print medien vertrieb, Lampertheim. rueckkehr.pdf
Die Erde ist ein Wesen.

Von diesem Wissen sprechen bereits Kunstwerke, die bis zu 37.000 Jahre alt sind. Von der Altsteinzeit bis hin zu den frühesten Hochkulturen schufen Menschen in Frankreich und Spanien, im gesamten Mittelmeerraum und Nahen Osten, sowie in Russland und Osteuropa unzählige nackte weibliche Figuren, die heute unter Bezeichnungen wie „Figur einer Frau oder „Venus“ in den archäologischen Abteilungen der Museen zu bewundern sind. Aus Ton und Asche gebrannt, aus Elfenbein, Horn und Knochen geschnitzt oder in Stein gehauen wurden sie nicht nur in Europa, sondern weltweit gefunden. Diese Bilddokumente zeugen von einer 30.000-jährigen Epoche früher Menschheitsgeschichte und spielen heute in der Archäologie eine zentrale Rolle.

Früheste Pornographie? Weit gefehlt! Auch wenn dies einige Gelehrte zunächst annahmen. Aber wie bei vielen anderen Irrtümern vermochte auch hier der eigene kulturelle und individuelle Erfahrungshintergrund die wissenschaftliche Interpretation zu verfälschen. Erst allmählich erweiterte sich hier der wissenschaftliche Horizont und führte aus einem anderen Blickwinkel heraus in jenen weit größeren Teil der Menschheitsgeschichte, deren Existenz man bis heute lapidar mit Vorgeschichte beschreibt. In jene Geschichte nämlich, in der für unsere Vorfahren die „Magna Mater“, die Große Mutter und Göttin der Inbegriff des Lebens war.

Häufig mit Ornamenten verziert, kennzeichnen üppige Körper mit großen Brüsten und stark betontem Geschlecht, verhältnismäßig kleine Gliedmaßen und ein meist kleiner Kopf, bei dem häufig das Gesicht verdeckt ist, die Typologie dieser Frauenfiguren. Sie zeugen von einer weltweiten sakralen Symbolsprache, die die lebensspendende Kraft der Frau und Göttin und das zyklische Geschehen von Leben, Tod und Wiedergeburt symbolisiert.

Eine der berühmtesten Muttergöttinnen ist die altsteinzeitliche „Venus von Willendorf“. Gerade einmal 11 cm hoch, aus feinem Sandstein gearbeitet und mit rotem Ocker bemalt, gehört sie zu den Kostbarkeiten des Naturhistorischen Museums Wien. Ihr Alter wird auf ca. 25.000 Jahre geschätzt. In der Gebärde des Darbietens sind die kleinen Arme über die großen Brüste gelegt, eine Geste des Gebens und Verströmens. Die Haare kreisen in Zöpfen um den Kopf und bedecken das Gesicht der Göttin als Ausdruck überpersönlichen numinosen Charakters. Verhüllt ist das, was der Mensch nicht direkt wahrzunehmen vermag: das Geheimnisvolle und Heilige, das, was hinter den Dingen verborgen ist, und in das er dennoch eingebunden ist, von dem er Teil ist und an dem er Teil hat.

Kunstwerke wie dieses offenbaren eine tiefe Ehrfurcht vor dem Leben und besonders vor der Großen Mutter. Sie wird verehrt, weil sie das Leben schenkt und bewahrt. Aus ihrem Bauch gebiert sie das Leben, zu ihr kehrt schließlich alles wieder zurück.

In zahllosen Schöpfungsmythen der verschiedensten Kulturen der Erde wird die Rolle beschrieben, die das weibliche Prinzip bei der Erschaffung der Welt spielte. Sie zeugen von der ewigen Allgegenwärtigkeit der Göttin, die gleichfalls Mutter des Kosmos, Spenderin des Lebens, Nährende, Erhaltende und Heilerin ist. Sie ist Jungfrau, Liebende, Mutter und Alte. Und sie ist die Todbringende. Sie gibt und nimmt, schenkt und vernichtet gleichermaßen. Sie ist die Verkörperung dessen, was Leben ist, denn sie ist das Leben selbst. Ihre Geschichte berichtet von den Anfängen menschlicher Kultur, von der lebendigen Rolle des göttlichen Weiblichen und schließlich von ihrem eigenen Niedergang. Mit ihrem Niedergang ist auch das Schicksal der Frauen verbunden, sowie die kulturellen, politischen, ökonomischen und ökologischen Auswirkungen, und die daraus resultierende veränderte Haltung gegenüber dem Leben und der Natur. Ihre Geschichte ist die Geschichte unserer eigenen Zivilisation; ihr Schicksal ist auch gleichfalls unser eigenes.

Auch wenn wir heute von keiner Göttin mehr wissen, sie war und ist doch stets präsent in unserem kollektiven Unbewussten, dort allerdings vorwiegend in ihren negativen Aspekten. Denn je nachdrücklicher sie aus dem Bewusstsein verbannt und geleugnet wird, desto bedrohlicher ziehen ihre Bilder herauf; Bilder von bösen Zauberinnen und Hexen, von Huren und Verführerinnen, von Frauen, die Krankheit und Tod bringen.

Die Wiederkehr der Großen Mutter ist heute zur Metapher eines neuen Bewusstseins geworden. Metapher für ein neues Verständnis der Erde als Wesen – wie es Systemwissenschaften und Ökologiebewegung entwickeln, Metapher für die Wertschätzung des Weiblichen als polare Entsprechung des Männlichen, Metapher auch für einen veränderten Umgang mit uns selbst, unserem Körper und unserer Geschlechtlichkeit.